Pulis auf der Wellnessfarm

Pssst, ich, Pastorszeme Fritzi, also das freche Hirtenauge, schreib dir mal was über ein  Treffen der Pulis und ihrer Menschen. Ich hab da einiges erfahren über geheime Zuchtpläne und Beschneidung der Pulirechte.  Wir Pulis wollen jedenfalls in Zukunft mehr Mitspracherechte bei der Futterwahl, der Zucht und bei Auftritten in der Öffentlichkeit. Aber nicht verraten, ich sags nur dir.
Es fing ganz harmlos an:  Nach unserem missglückten Urlaub auf Elba und in Dresden wollten sich unsere Menschen bei uns mit einem Urlaub auf einer Wellnessfarm entschuldigen.
Für drei Tage hatten sie die Seven-Valley-Ranch im Hunsrück gebucht. Zu unserer Unterhaltung waren noch 20 andere Pulis und 2 Hunde angereist. Als Schmankerl gab es ein VIP-Training für uns. Dann aber stellte sich heraus, dass die Menschen sich dort verabredet hatten, um über uns zu reden und neue Pläne auszuhecken.
Auf einer Waldwanderung sollten wir die auf Elba verlorene Bindung zu Herrchen und Frauchen wieder herstellen. Die Menschen versteckten sich im Wald und wir sollten suchen.

                            

Lächerlich, wenn die sich nur hinter einen Baum stellen.Manch ein Puli fing allerdings gar nicht an zu suchen, sondern setzte sich einfach zu einer neuen netten Familie. Aber so viel Selbstbestimmung war natürlich nicht erwünscht, alle mussten zurück zur alten Familie.
Dann trainierten wir Agility. Wir mussten über ein Dach klettern

                                   

                                                        und riesige Hürden überspringen.

Beim Abschlusswettkampf siegte unsere Gruppe ganz klar, weil Katja schneller als Charly war.

                                         

                                                                                               Und wir erhielten schicke Siegeranstecker.

Aber die andere Gruppe bekam auch Anstecker mit einer 1 drauf. Das war so gemein! Die wollten uns wohl verscheißern!
Als nächstes standen Ayurveda-Anwendungen auf dem Programm. Familie Händschke hatte verschiedene ayurvedische Fläschchen in Weiß, Rot und Rosé zum Verkosten mitgebracht, die unseren Menschen anscheinend sehr gut taten und sie zu neuen verrückten Zuchtideen animierte.

                                              

Aber wir bekamen keinen Tropfen dieser indischen Wundermedizin.

Zum Glück kam das Fernsehteam erst am nächsten Tag. Die hatten wir nämlich zum VIP-Training engagiert: Wie präsentiert sich Puli am besten vor der Kamera? Um sich bei uns einzuschleimen, hatten die Fernsehleute einen eigenen Puli mitgebracht.

                                              

Und Frauchen fasste sofort den Beschluss, in Zukunft auch Pulis am Stiel zu züchten, weil die so praktisch sind. Soll das vielleicht mein Deckrüde werden!?
Im Kameratraining lernten wir, so zu tun, als wären die Fernsehleute gar nicht da und uns trotzdem elegant und locker zu präsentieren. Ich hatte die Idee, als der Kameramann im Gras lag, seine Kamera abzuschlecken. Das fand er nicht so komisch. Maschas Idee kam da besser an

                               

und wurde auch gleich von den anderen aufgegriffen.

Wir hatten sogar einen Pool, auch da wurden wir gefilmt, aber da konnten die schwarzen Pulis besser punkten. Wir wollten ja keine Algen im weißen Gewand haben.

                                                 

Das vielgepriesene Buffet ließ sehr zu wünschen übrig. Die Königsberger Klopse lagen viel zu hoch und hatten keine Knochen. Als ich beim Grillen endlich einen Hühnerknochen aus dem Abfalleimer ergattert hatte, hat mich einer verpfiffen und ich musste ihn wieder abgeben.

Beim Dogdancing habe ich mich in Buffy verliebt,

                                                      

aber komischerweise darf ich den auch wieder nicht als Deckrüden nehmen. Dafür war Ecset ständig hinter mir her, hat an mir geschnuppert und gefiept. Er hat seinen ganzen Charme spielen lassen:

                                

 Aber ich bitte euch, dieser Jungspund ist mal gerade 9 Monate alt - und ich bin schon fast 18. Ich heiß' doch nicht Simone Thomalla!
Toll war auch unser Laufstegtraining, okay die nannten es Ausstellungstraining. Und Heidi Klum wurde auch mehr schlecht als recht von Jürgen Händschke gedoubled.

                                                         

Wir mussten modelmäßig im Kreis laufen, mit erhobenem Schwanz vor Onkel Jürgen stehenbleiben und uns schließlich von ihm ins Schnäutzchen gucken lassen. Das hab ich beides bei Heidi Klum noch nie gesehen!

Weiter ging es mit dem Training: VIPs am Flughafen. Wie begrüßt man die wartenden Fans, wie trippelt Puli die Gangway hinunter und lächelt dabei in die Kamera? Wir hatten uns für unseren Auftritt den schicken internationalen Flughafen Frankfurt-Hahn ausgesucht.

                    

20 Pulis auf einem Haufen - da lassen die Fans nicht lange auf sich warten. Die Leute waren begeistert. Und selbst als ein Haufen ausgeflippter Malle-Urlauber laut grölte (sicher wegen uns), blieben wir alle cool.
Schade dass der sonst so nette Herr Janovics uns den jubelnden Menschen immer als Putzkolonne vorgestellt hat - wo wir doch die Stars von Ryan-Air waren!
Romantisch waren immer die Abende in der Seven-Valley-Ranch. Mal gab es Stockbrot am Lagerfeuer, mal wurde gegrillt, einmal gab's sogar eine Nachtwanderung.

                                        

Besonders toll fanden wir aber die Sterne, die uns Herr Külkens mit seinem riesigen Fernrohr zeigte. Sein Lieblingssternbild hat er nach seiner Pulidame benannt. Immer, wenn er es sah, rief er laut: "Halt die Klappe, Erna!"
Die Chefs unseres Wellnessprogramms waren Katja und Charly. Sie bemühten sich wirklich um unser Wohlergehen. So sehr, dass sie zum Schluss nicht mehr laufen konnten:

                    

Katja fuhr Charly nur noch auf dem Rad durch die Ranch. Und musste schließlich selbst getragen werden, was sie sichtlich genoss.

Mein Frauchen sagt, für diesen Artikel werde ich einen guten Anwalt brauchen, ich dagegen glaube an eine Nominierung für den Pulitzer Preis in der Sparte "Investigativer Journalismus" für den Kampf der Pulis um mehr Rechte bei der Wahl der Deckrüden, der Benutzung des Abfalleimers, gegen die Diffamierung als Wischmopp und natürlich für die Aufdeckung der geheimen Pläne zur Zucht von Pulis am Stiel. Aber noch bleibt das Ganze unter uns. Ich hab doch Connections zum Fernsehen, das wird ein ganz großes Ding!!!  Danke auch an Nathalie Avar und Heidi Klum - featuring Onkel Jürgen -  für die beigesteuerten Fotos.

Deine Fritzi

 

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