"von der Brettachaue"

Z├╝chterportrait

 

Etwas überraschend war es schon, als Katja Möwius Donnerstag Abends anrief und fragte, ob wir uns und unsere Pulidame im Klubheft des Deutschen Puliklub´s vorstellen würden.  
Auf die spontane Zusage folgte dann die vorsichtige Frage: „Bis wann???“ „Na bis Samstag, das müsste doch zu schaffen sein!“  Aha, zwei Tage also. Das war bedeutend zu wenig. Also einigten wir uns auf Sonntag. Und weil heute Sonntag ist wollen wir mal mit der Vorstellung beginnen.  

Wir, das ist eine tierverrückte Familie mit Mutter Ute, Vater Dieter und drei erwachsenen Kindern. Außerdem leben in unserem Haushalt noch vier Zwergkaninchen, eine Boa Constrictor Imperator, eine Vogelspinne, ca. einhundert Zierfische, eine Maurische Landschildkröte und etwas außerhalb ca. 400.000 Bienen.
Seit vier Jahren fühlt sich auch unser Rüde „Bonito“, der nur mal für drei Wochen als Feriengast bei uns wohnen sollte, sehr wohl bei uns. Als Bonito bei uns einzog gab es noch unsere Bella, eine Bernhardinerdame, die uns durch eine schwere Herzkrankheit allzufrüh verlassen musste. Als Bella über die Regenbogenbrücke gegangen war stand fest, dass ein Hund ausreichen würde, um die Familie neben dem ganzen anderen Getier auf trapp zu halten. Aber wie das nunmal so ist, fehlte doch etwas, denn nichts war so wie es mal war. So beschlossen die Chefin des Hauses und die beiden Töchter, ein zweiter Hund soll wieder bei uns einziehen. Natürlich nur deshalb, dass Bonito nicht mehr so alleine wäre. Nach einigen Diskussionen im Familienkreis entschied der Hausherr, dass es ein zotteliger Hund, bei dem man nicht weiß was vorne und hinten ist, sein sollte. Also begann die Recherche im Internet, was das denn überhaupt für eine Rasse wäre. Auf der Homepage der Familie Händschke erfuhren wir dann, dass der zottelige Hund ein Puli ist. Und wie es der Zufall wollte, waren da auch noch Welpen zu haben. Umgehend wurde ein Besuchstermin mit Familie Händschke vereinbart, und wir fuhren „nur mal so zum schauen“ in´s schöne Lautertal in den Odenwald.
Und dann kam es, wie es kommen musste: Anfang November 2009 zog „Ekes vom Felsenmeer“ bei uns ein. Und dann war nichts mehr so, wie es mal war! Dieses schwarze Fellknäuel eroberte unsere Herzen im Sturm. Selbst unser Bonito war hin und weg von der neuen Spielkameradin. Als Herr Händschke vier Wochen später per Mail anfragte, ob Ekes schon die „Chefin“ wäre, mussten wir das mit einem uneingeschränkten JA! beantworten. Und das ist bis zum heutigen Tag so geblieben.
Mittlerweile hat unsere Lucie, wie wir Ekes mittlerweile nennen, schon sehr erfolgreich an einigen Ausstellungen teilgenommen. So nahm sie an der Klubschau in Würrich teil und bekam die Note V3. Anschließend wurde sie Jugendsieger Baden-Württemberg bei der IRAS in Stuttgart. Darauf folgten Siege bei der Ortenau-Schau in Offenburg und bei der Rassehundeschau in Ludwigshafen.
Bei all diesen Schauen erhielt sie die Bewertung V1 und BOB, sowie CACIB.   „Mit so einem Spitzenhund muss man züchten“ erklärte uns Frau Händschke. „Aber natürlich“,  war unsere Antwort. Das kann doch kein Problem sein. Zwingername aussuchen, anmelden, natürlich international schützen lassen, Gebühren bezahlen, Hündin decken lassen und schon sind die neuen Puliwelpen da. Alles ganz easy. Die ersten Punkte waren mit Hilfe der Familie Händschke recht schnell abgearbeitet und wir erhielten den Zwingernamen „von der Brettachaue“. Aber das mit dem „decken lassen“ erwies sich dann doch als Herausforderung.  Frau Händschke suchte einen Rüden für unsere Lucie und bei der nächsten Hitze ging es nach Oberursel zu Rusty. Wir wurden freundlich von Familie Janovic begrüßt und die Hunde verstanden sich blendend. Alles ganz easy eben. Denkste! Trotz aller Versuche, Bestechungen mit Leckerlis, Spaziergängen von gefühlten 20 Kilometern, mehr als toben und spielen war mit unserer Lucie nicht zu machen. Kein Problem, dachten wir, warten wir eben die nächste Hitze ab. Fünf Monate später war es dann wieder soweit. Nach dem okay des Tierarztes fuhren wir wieder zu Rusty nach Oberursel. Dieses Mal wird es bestimmt klappen. Es war ein toller Spätnachmittag, als die beiden Hunde über die Wiese tobten. Mehr aber auch nicht. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt kamen wir zu dem Entschluss, zwei Tage später nochmals zu Rusty und seiner Familie zu fahren. Ist ja auch ganz easy Freitag Nachmittags von Bretzfeld über das Walldorfer- und Frankfurter Kreuz 170 km nach Oberursel zu fahren. Mensch und Tier haben sich auch ganz toll über das Wiedersehen gefreut. Mehr aber auch nicht!!! Nach diesen Rückschlägen haben wir uns entschieden, dass wir das nächste Mal alles besser machen werden. So haben wir den Tierarzt gewechselt, und sind auf anraten einer erfolgreichen benachbarten Neufundländerzüchterin zu einer sehr netten Tierärztin gekommen. Die hat unsere Lucie während der vergangenen Hitze mal richtig durchgecheckt und uns den besten Decktermin ermittelt. Voller Vorfreude riefen wir bei Familie Janovic in Oberursel an und mussten erfahren, dass Rusty einen Unfall hatte und in der Tierklinik wäre. Gott sei Dank geht es ihm mittlerweile etwas besser und er ist wieder bei seiner Familie. Von Frau Händschke erhielten wir die Adresse von Familie Reinhard-Schröder, die zwei Deckrüden hätte. Also haben wir mit Familie Reinhard-Schröder einen Termin vereinbart und sind am 30.März 2012 mal eben 250 Kilometer nach Damflos gefahren.  Nach einem herzlichen Empfang ging es kurz in den Garten und siehe da, die Chemie zwischen den Hunden stimmte und der Deckakt war nach 30 Minuten abgeschlossen. Ganz easy eben!!!.  
Nun hoffen wir, dass Lucie schwanger ist und freuen uns auf den hoffentlich zahlreichen ersten Nachwuchs
im Zwinger „von der Brettachaue“ im kommenden Juni.  

Herzliche Grüße an alle Pulifreunde

von Ute und Dieter Wacker aus 74626 Bretzfeld,
Tel.: 07946 948643.  

Dieter Wacker, 15.04.2012  

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