Pulizwinger „von Discher´s Hoff“


Wir leben etwa 20 km nördlich von Hannover in dem kleinen Ort Elze-Bennemühlen, der zu dem Ortsteilzusammenschluss Wedemark gehört. Dort betreiben wir eine Tischlerei, die sich auf Fenstersonderbau spezialisiert hat, daher der Zwingername: "von Discher´s Hoff".
Das ist plattdeutsch und bedeutet: "von Tischler's Hof".
Nach dem Auszug unserer Söhne sind wir ein nur noch Zwei-Personen-Haushalt mit Hunden. Unser Wohnhaus befindet sich direkt neben der Tischlerei. Zu unserer und der Freude unserer Hunde leben zwei unserer drei Söhne und weitere Familienmitglieder mit auf dem großen Grundstück, sodass auch weiterhin immer etwas los ist. Dazu haben die bewegungsfreudigen Pulis hier alle Möglichkeiten, sich bei Bedarf so richtig auszutoben und zu sprinten, was im "fast" vor der Haustür gelegenen Feld- und Waldbereich leider nicht immer möglich ist. Dieses wird vom Gesetzgeber in den Frühjahrsmonaten (April-Juli) durch Leinenzwang zugunsten der ungestörten Wildaufzucht untersagt.
Wir züchten im PUK (Deutscher Puli Klub e.V.) nach den umfangreichen und strengen Vorschriften der Verbände VDH (national) und FCI (international). Am 10.09.1996 erhielt unser Zwingername "von Discher's Hoff" seine Anerkennung durch die FCI und somit seinen internationalen Schutz.
Selbstverständlich versuchen wir, im Zuge der Zucht den Erhalt von Rassetyp, Gesundheit und Charakterstärke des Pulis zu fördern und zu intensivieren.
Dieses streben wir durch wohlüberlegte Verpaarungen an. Dazu legen wir großen Wert auf einen in erster Linie freundlichen Partner für uns Menschen. Der Puli ist dieses von Natur aus, aber natürlich gibt es wie überall, auch hier Ausnahmen. Zum Glück in verschwindend geringer Anzahl und wenn, dann fast immer hervorgerufen durch eine falsche Haltung! Wir betreiben somit nicht nur eine pure Schönheitszucht und lehnen grundsätzlich Partner für unsere Hündinnen ab, die möglicherweise wunderschön sind, sich aber untypisch verhalten. Es wäre außerdem wahnsinnig schade, diesen ursprünglichen, in unendlich langer Zeit nach dem Gebrauch gezüchteten Hund mit seinen vielen Werten und positiven Eigenschaften auf die niedrige Stufe des "nur" dem Schönheitsideal entsprechenden Tieres herabzusetzen.

Zum PULI sind wir seinerzeit durch Zufall gekommen:
Nachdem unsere Söhne in ein Alter kamen, in dem auch der Wunsch nach einem Hund (unterstützt von mir) immer intensiver wurde, haben sie meinen Mann, der im Gegensatz zu mir ohne Tiere in der Familie aufgewachsen war, doch zu einem Hund überreden können, indem sie in einem Jahr zu Weihnachten alle Drei geschlossen auf jedes weitere Geschenk verzichteten. So stand bereits zum Nikolaus fest, ein Hund darf einziehen. Aber was für einer??? Die ganze Familie marschierte ins Tierheim. Dort war, trotz absolut voller Käfige, nur ein Hund, der für eine Familie empfohlen wurde. Ein Riese! Größe ähnlich einer Dogge. Der war meinem Mann jedoch viel zu groß und als er nach einer unruhigen Nacht (J) überzeugt war, war bei Nachfrage im Tierheim am nächsten Morgen der Hund bereits vergeben. Um die Kinder zu beruhigen, wurden Zeitungen gekauft, aber auch da gab es nichts Passendes. Dann kam ein Rassebuch vom Nachbarn an die Reihe. Beim Bild des Pulis stoppten wir eigentlich nur wegen dem ungewöhnlichen Outfit und der Überschrift: "ein Mop auf vier Beinen". Als wir jedoch anfingen zu lesen: Größe – okay für meinen Mann (ich tendierte damals eher zu größeren Hunden), spielt bis ins hohe Alter – super für die Kinder, bewacht Haus und Hof –  mein Wunsch, war schnell der Hund für uns eingekreist. ProntoSchwieriger wurde es dann, überhaupt einen Puli zu finden. Gar noch in dieser Jahreszeit! Aber mit viel Glück und Hilfe des PUK schafften wir auch das und unser erster Puli zog ein.
Dieses war der fünfmonatige Rüde „Inpronto“ aus der damaligen Zucht „Rasterman´s“, der mit seinem lieben und anhänglichen Wesen und mit seiner Intelligenz meinen Mann sehr schnell zu einem Hundefreund umkrempelte. Sosehr, das nach 2,5 Jahren eine Hündin aus Ungarn mit seinem Einverständnis und ersten Zuchtgedanken von mir importiert werden durfte. Unser erster Versuch war die kleine Hündin, "Hüpajtás Pici Panna", die sich wunderschön auswuchs und auf Ausstellungen sehr erfolgreich war. Leider stellte sich bei ihr ein Jahr später eine zuchtunzulässige Bewertung bei der Untersuchung auf Hüftgelenksdysplasie (HD-D2) heraus. Somit hatten wir zuchtmäßig schon gleich einen jungen und ganz lieben "Rentner".
Da der Import aus Ungarn uns wegen der Erweiterung der Blutlinien für die deutsche Zucht weiter festhielt, machte mein Mann ein weiteres Jahr später den „Fehler“, mich mit dem Verein allein nach Ungarn reisen zu lassen, um wieder nach einer Zuchthündin zu suchen.Pici
Dank der intensiven und erfahrenen Hilfe von Frau Händschke bekam ich als damaliger Laie genug ernst zu nehmende Zwinger zu sehen und kehrte zum Schrecken meines Mannes mit einer acht Monate alten (Dabastelki Endzsi) u n d einer achtwöchigen (Nogeszparti- Tolvajváró Franci) Hündin aus Ungarn zurück. Beibringen mußte ich ihm dann noch, dass eine weitere acht Wochen alte Hündin ( Kurjancs-Dombi Ajna) folgen würde, die zum Zeitpunkt meiner Abreise noch keine Wurfabnahme hatte und die mir Frau Händschke, welche länger in Urlaub blieb, mitbringen wollte. Das hat auch geklappt. Von seinem Schrecken erholte er sich jedoch ein wenig, als er hörte, dass die erste mitgebrachte acht Wochen alte Hündin als Geschenk für eine Freundin ganz in der Nähe gedacht war.
Dieses Mal hatten wir mehr Glück und beide Hündinnen bekamen die Zuchtzulassung. Am 21.04.1997 hatten wir unseren ersten Wurf, dem bis heute viele Weitere folgten. Glück hatten wir auch mit meiner Freundin, die mir ihre Hündin Franci, die uns ohnehin während des Urlaubs oder sonstigen Besuchen als akzeptables zweites Zuhause ansah, nach Erreichen der Zuchtzulassung ebenfalls für die Zucht zur Verfügung stellte.

AjnaLeider bleibt jedoch das Glück nicht immer treu. So starb mit nur 8,5 Jahren unser geliebter „Pronto“ nach schwerer Krankheit. Er verliess uns, so wie er gekommen war, Anfang Dezember, wieder kurz vor Weihnachten. Auch die anfängliche Euphorie leichter Geburten bei Endzsi und Franci, bekam einen kräftigen Dämpfer, als nämlich unsere bis dahin auf Ausstellungen erfolgreichste Hündin (Ajna, besser bekannt als Würfel) bei ihrem ersten Wurf durch einen feststeckenden Welpen derart schwere Komplikationen bekam, dass trotz Kaiserschnitt neben zwei nur noch totgeborenen Welpen an eine Weiterzucht mit ihr nicht mehr zu denken war.  Zwei weitere Welpen, ein Rüde und eine Hündin hingen am seidenen Fädchen, haben aber mit viel Zuwendung und auch dank Endzsis Hilfe zum Glück überlebt. Sie nahm sich der Beiden während der folgenden Nacht an, die Ajna noch in der Klinik verbringen mußte, als ich bereits verzweifelt war, weil bei der kleinen Hündin das Bäuchlein trotz Massierens und Absetzen von Urin und Stuhl bedenklich anschwoll. Sie putzte die Beiden, wärmte sie und war damit erfolgreicher als ich. Allerdings war sie auch sehr traurig, als sie sie am nächsten Tag wieder an die Mutter abgeben mußte.
 Die kleine Hündin aus dem Wurf, Fenya, haben wir behalten. Unseren kleinen Aprilscherz, wie wir sie nennen, da sie am 01.April 2000 geboren wurde. Sie machte ihrer Mutter alle Ehre und setzte die Ausstellungserfolge fort. Ihre schönsten Ergebnisse waren wohl mit gerade drei Jahren und der Konkurrenz von elf weiteren Pulis (dabei anerkannte Championatshündinnen aus bekannten Zuchten), der zweite Platz in der offenen Klasse bei der Weltausstellung Dortmund 2003 und später direkt nach Abgabe ihres letzten Wurfes mit acht Jahren, auf der Weltausstellung in Stockholm 2008 der „Veteran World Winner“.
Außer Fenya behielten wir Gyuszi für die Zucht, eine Tochter von Franci, geboren am 25.08.2000.  Gyuszi  ist im Gegensatz zu Fenya, dem Temperamentsbündel, ein sehr ruhiger Typ und hatte für Ausstellungen wenig übrig. So verschonten wir sie damit und genossen und genießen ihre Ausgeglichenheit und Anhänglichkeit an uns.
Mit den Beiden hat nun bereits eine weitere Generation das Zucht-Rentenalter erreicht.Endzsi

Zu unserem Kummer haben uns in der Zwischenzeit auch Pici mit 16,75 Jahren, Endzsi mit 13 Jahren und Ajna mit 15 Jahren verlassen. Jedoch erfreuen sich Fenya und Gyuszi glücklicherweise guter Gesundheit und genießen ihr Alter.

Ansonsten gibt es noch Ody von Discher's Hoff, genannt “Tomate”, eine Tochter von Fenya.
Sie lebt in erster Linie bei der Familie unseres jüngsten Sohnes, verbringt aber auch sehr viel
Zeit mit uns und unseren vierbeinigen Rentnern. Sie hat hier in diesem Jahr als weitere Generation für Nachwuchs gesorgt. Mit ihrem Wurf hat sie uns kleine vielversprechende Hündinnen geschenkt und wir sind gespannt, wie sie sich wohl in der Zukunft entwickeln werden.

Neben der Freude, die uns die Zucht brachte, war natürlich auch immer die Rasse selbst wichtig. Deshalb haben wir im Laufe der vielen Jahre versucht, diese durch uns mögliche Taten zu unterstützen. Vordergründig durch mich, jedoch immer mit der Rückendeckung und Hilfe meines Mannes, incl. der Familie im weiteren Sinne, die mir zuverlässig und tatkräftig bei Bedarf zur Seite stand. Natürlich hat das neben gerne verrichteter Arbeit auch immer sehr viel Freude bereitet.

So fing ich an, mich mit meinem ersten Puli hier im Norden ein wenig „einsam“ zu fühlen und begann deshalb 1993 mit dem Versuch, jährlich ein Pulitreffen zu organisieren. Nach anfangs nur geringer Teilnahme, einmal besuchte uns nur 1 PuliJ, ist das „Treffen in der Wedemark“  langsam, aber stetig gewachsen und zu einer gut besuchten Veranstaltung geworden. Inzwischen treffen die Teilnehmer sich nicht nur zu einem Spaziergang am Sonntag, sondern wegen der teilweise ziemlich weiten Anreisen zu einem „Wochenende in der Wedemark“. Auch ist die Teilnehmerzahl langsam, aber ständig gewachsen, letztlich auch dank meiner lieben Welpenkäufer, die einen recht großen Anteil daran haben. Schön ist dabei immer wieder zu erleben, mit welcher Harmonie bei Mensch und Tier das Ganze abläuft und wie sich im Laufe der Zeit entstandene Freundschaften vertiefen.

FranciDazu trat 1996 der Puli Klub an mich heran, ob ich nicht bereit sei, da ich sowieso schon aktiv wäre, als Landesgruppenbetreuerin die Landesgruppe Nord zu übernehmen. Natürlich tat ich das und hatte damit automatisch eine Erweiterung auch in Sachen Puli. So findet nach Möglichkeit die jährlich einmal stattfindende Klubsiegerschau des PUK immer abwechselnd in den  Landesgruppen statt, damit fortan in Abständen eben auch hier. So hatten wir 2007 als krönenden Höhepunkt bei einem solchen Pulitreffen, dem eben auch die inzwischen vierte hier stattfindende Klubsiegerschau angegliedert war, durch unsere ständig steigende Teilnehmerzahl einen Besucherrekord von über 70 zweibeinigen Besuchern und über das Wochenende verteilt, 46 verschiedenen Pulis. Leider mußte ich die Organisation dieser Treffen in den letzten drei Jahren aussetzen, da mein Einsatz in der Firma stärker gefordert war, ich zudem älter geworden bin und damit auch meine HelferJ
Zwischenzeitlich hatte ich zusätzlich die Welpenvermittlung übernommen, war Tierschutzbeauftragte und letztlich wurde ich 2. Vorsitzende des gesamten PUK.
Allerdings habe ich meine Ämter inzwischen alle in neue, tatendurstige Hände übergeben dürfen, zuletzt in diesem Jahr die Landesgruppenbetreuung und den 2.Vorsitz im PUK.
Sehr berührt und gefreut hat es mich dann, dass der Verein mich überraschend als Anerkennung meines Wirkens in der letzten Mitgliederversammlung zum Ehrenmitglied ernannte.  

Erfreulicherweise kann ich anfügen, dass im nächsten Jahr, 2012, angedacht ist, wieder die Klubschau hier zu veranstalten. Mit daher tatkräftiger Unterstützung des neuen Betreuers der LG Nord werde ich somit nach den Pausenjahren auch das altbewährte „Wochenende in der Wedemark“ veranstalten können und hoffe, dass unsere bisherigen Besucher uns auch über die Unterbrechung hinweg die Treue gehalten haben und wir uns alle wiedersehen werden.

Dagmar Bombeck,
Robert-Koch Str. 6
30900 Wedemark
05130-40106
D.Bombeck@arcor.de
www.von-dischers-hoff.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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