Der Puli

Ein besonderer ungarischer Hirtenhund

Das wohl auffallendste äußerliche Merkmal des Puli ist sein Haarkleid, die Zotten. Oft übersieht man bei der Betrachtung des Fells jedoch den Charakter dieses faszinierenden ungarischen Hirtenhundes. Genauso wie das Fell ist aber auch das Wesen sehr besonders. Die Hunderasse Puli wird gerade bei den Ungarn wegen seiner Zuverlässigkeit und selbstständigen Intelligenz hoch geschätzt.

Pulibesitzer kennen den Spruch "Können die denn sehen?". Das Besondere an den Haaren des Puli ist, dass sich die Haare mit dem 8. bis 10. Monat des Welpen ineinander verdrehen. So entstehen die rassetypischen Zotten.

Der Puli ist ein mit ca. 38-43 cm Widerristhöhe kleiner bis mittelgroßer ungarischer Hirtenhund.

Der ungarische Hirtenhund, der Hund Puli

 

Die Geschichte des Puli

Der Puli Hund SpeedyDiese Rasse gehört zu den ältesten Hunderassen überhaupt. Abbildungenund auch Amulette puliähnlicher Hunde wurden bei Ausgrabungen im alten Mesopotanien (dem heutigen Irak) gefunden. Die Funde, meist Grabbeigaben, wurden auf die Zeit 4000 vor Christus datiert. Sie belegen, daß der Puli auch damals schon als Hirtenhund bei Schaf- und Rinderherden verwendet wurde. Zur Zeit der großen Völkerwanderung gelangte der Puli mit den Herden nach Ungarn.

Dort lernte man sehr schnell seine robuste Gesundheit, seine enorme Beweglichkeit und sein wunderbares Wesen zu schätzen. Die ungarischen Hirten schätzen den Puli sehr. In den Augen der damaligen Hirten war der Puli mehr als „nur“ ein Hund. Es ist schriftlich überliefert, daß ein Hirte fast seinen ganzen Jahreslohn für einen guten Puli ausgegeben hat.

 

Der Hund Puli - Was für ein Charakter

Den Hirten haben wir es zu verdanken, daß sie das unverfälschte Wesen und den überaus robusten Körperbau gefestigt und bis heute erhalten geblieben ist. Nach den Weltkriegen wurden auch „Nichthirten“ auf diese Rasse aufmerksam. Schnell eroberte der Puli die Herzen von Hundefreunden, ganz besonders die der Kinder. Heute wird der Puli vorrangig als Familienhund gehalten und gezüchtet. Gleichzeitig ist er nach wie vor bei den Schäfern ein begehrter Hirtenhund, denn ohne große Ausbildung kann er bei der Herdentrieb eingesetzt werden.

In der Familie ist der Puli ein fröhlicher, kinderlieber und anhänglicher Begleiter, immer in Sorge um das Wohl seiner zweibeinigen „Herde“. Sie bewacht er ebenso wie Haus und Hof sehr aufmerksam. Der Puli ist ein ausdauernder Läufer und hat viel Spaß am Spiel und an Spaziergängen. Er ist auch gut in der Stadt zu halten, man muß ihm nur genügend Auslauf verschaffen. Er ist sehr anpassungsfähig, dennoch steckt eine ganze Menge „Hund“ in ihm. Der Puli wurde früher in Ungarn in allen Farben gezüchtet, später wurde die Zucht auf die Farbe schwarz begrenzt.

Hunderasse Puli

Sein Fell und die Farben

Nachdem auch der weiße Puli wieder zugelassen war, hat der Internationale Dachverband (FCI) auf Antrag des Ursprungslandes Ungarn vor einigen Jahren die Farbkreuzung wieder erlaubt. Dadurch entstanden auch die alten ungarischen Farbschläge wieder. So gibt es den Puli heute in schwarz, weiß, grau, falb und maskenfalb. Schwarze und weiße Pulis sind jedoch in der Überzahl. Unsere Züchter bemühen sich, alle Farbschläge zu züchten. Einige legen Wert darauf, die reinschwarzen Linien zu erhalten, andere fördern die Zucht der alten Farbschläge grau und maskenfalb. Das aparte Haarkleid des Puli gibt es in verschiedenen Variationen. Beliebt ist die Schnürenbehaarung, bei der die abgestorbenen Haare sich mit den lebenden zu rundgeformten, schnürenförmigen Zotteln verbinden. Sind die Zotteln flach und relativ schmal, spricht man von bandförmigem Zollhaar, bei flächenhafter Verfilzung von „Puszta-Behaarung“ oder Plattenbildung. Diese kann jedoch bei entsprechender Pflege zur bandförmigem Zotthaar umgeformt werden.

Die Pflege

Quelle: "Ungarische Hütehunde" Margarete Teubert

Die Pflege des Haarkleides ist einfacher, als man es sich aufgrund des Aussehens der Rasse vorstellt. Den Puli darf man nicht bürsten. Sobald sich nach dem Abstoßen des Welpenhaares die ersten Zotten bilden, muß man diese lediglich mit den Fingern bis auf die Haut des Hundes auseinanderziehen (zotten).

Hat sich erst einmal ein gutes Haarkleid geformt, so genügt gelegentliches Nachzotten. Der Vorteil des Puli-Haarkleides liegt darin, daß die Hunderasse Puli keine Haare mehr verliert, sobald das Jugendhaarkleid abgestoßen ist. Die einzelne Zotte, die er hin und wieder fallen läßt, sind einfach aufzuheben. Wenn Sie einen überaus robusten und ursprünglichen Hund möchten, sein kinderliebes, aufgewecktes Wesen mögen, dann ist der Puli der ideale Hund für Sie. Sie reihen sich damit in die Gruppe der wohl bekanntesten Puli-Besitzer Heinz Rühmann, der seinen schwarzen Puli-Rüden Arpad sogar in seinem Buch beschrieb, und Thomas Gottschalk mit seinem weißen Puli ein. Vielleicht möchten Sie es ja mit den Ungarn halten, die da behaupten:

Ein Puli ist kein Hund,

ein Puli ist ein Puli

 

 

 

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