Zucht

Die Zucht einer seltenen Rasse

Man könnte denken: "Züchten ist doch ganz einfach!" Einen Rüden mit einer Hündin zusammen spielen lassen, Liebesspiel abwarten und dann gibt's Puli Welpen. So oder so ähnlich stellen sich manche die Zucht vor oder praktizieren es sogar so.

Wenn es jedoch so einfach wäre, dann bräuchte man sich nicht so viele Gedanken um die genetische Vielfalt, Inzuchtkoeffizienten oder erbliche Erkrankungen der jeweiligen Hunderasse machen. Keine Angst, dies wird keine wissenschaftliche Doktorarbeit, aber es gibt einen Unterschied zwischen Vermehrung und Zucht. Damit Zucht auch dem Tier in Hinsicht auf eine nachhaltige Gesundheit, der Erhaltung der rassetypischen Merkmale und einem wesensstarken Charakter gerecht wird, bedarf es einer verantwortungsvollen Zucht.

Also was genau soll Zucht und was nicht?

Es geht nicht nur darum, aus 2 erwachsenen Hunden 4 oder 6 neue Hunde zu machen. Wäre das der Fall, dann könnte der Geschlechtspartner auch ein Hund einer anderen Hunderasse sein. Das ist Vermehrung und nicht Zucht! Neben der reinen Erhaltung des Bestandes geht es also um viel mehr.

Zucht ist laut Wikipedia so definiert: "Im Verlauf der Mensch-Hund-Beziehung haben sich, regional und nach den Umwelt- und Lebensbedingungen, unterschiedliche Hunderassen herausgebildet. Die Spannweite der Körpergrößen ist so groß wie bei keinem anderen Landwirbeltier. Der Mensch hat es verstanden, den Hund für unterschiedliche Aufgaben durch Züchtung und entsprechende Hundeerziehung zu nutzen."

Zucht hat also in Ziel

Sie soll die Symbiose zwischen Mensch und Hund optimal unterstützen. Der Puli ist in vielerlei Hinsicht ein gutes Beispiel dafür. Diese sehr alte Hunderasse wurde schon zu Zeiten geschätzt als Qualzuchten der neueren Geschichte und Irrungen in den Zuchtidealen kein Thema waren. Um sich ein Zuchtziel zu setzen, braucht es also Erfahrung und Kenntnis über den ungarischen Hirtenhund und Begeisterung für diese Hunderasse.

Die Geschichte des Puli fing bereits vor ca. 5000 Jahren an. Für diese Zeit gibt es Nachweise für puliähnliche Hunde auf Tontafeln. Später war es für die Menschen wichtig, die schwierigen Umweltbedingungen und die täglichen Herausforderungen der Vieh- und Schafhaltung mit einem verlässlichen und robusten tierischen Partner zu meistern. Den Umweltbedingungen von extrem heißen Sommern und eisigen Wintern trotzte der Puli mit seinen vielen isolierenden Luftschichten zwischen den Zotten. Zur Unterstützung der Hirten brachte der Puli eine gehorsame und gelehrige Bereitschaft mit. Mindestens ebenso wichtig ist es, dass der Puli nicht nur Befehle entgegen nimmt. Er bringt mit einer selbstständigen Intelligenz selber aktiv seinen Beitrag zum Hüten der Herde mit ein. Diese unverwechselbare Kombination von Aussehen und Charakter gilt es also auf der Grundlage robuster und gesunder Tiere in der Zucht zu erhalten.

Was macht dann eine verantwortungsvolle Zucht aus?

Die Zucht der Rasse Puli im Deutschen Puli Klub hat das Ziel, nicht nur den  Standard des Puli im Blick zu haben. Darüber hinaus gilt es seine über Jahrhunderte herausgearbeiteten Charaktereigenschaften zu erhalten. Sie machen den Puli zu diesem vielseitigen Hirtenhund. Die genetische Vielfalt und damit verbundene Gesundheit hat für uns die oberste Priorität. Die Pulizucht war nach dem zweiten Weltkrieg am Boden, denn es gab nur noch wenige Zuchttiere. Auf diesen Zuchttieren basiert unsere heutige Zucht. Durch gute Selektion und Weitsicht der damaligen und der heutigen Züchtern können wir heute auf eine Zucht schauen, die nicht bis kaum belastet ist mit Erbkrankheiten.

Zucht heute

Unter diesen Bedingungen wird deutlich, wie wichtig es ist, dass unsere Züchter eine sehr bedachte Wahl der Zuchttiere treffen. Einer möglichen weiteren Einengung des Genpools wollen wir entgegen wirken. Die robuste Gesundheit des Pulis ist in einer Zeit mit überzüchteten Hunderassen ein hohes Gut, um welches wir sehr dankbar sind. Die Verpaarungen mit vorher untersuchten Pulis sind ebenso wichtig für die Zucht wie das Wissen um die Vererbung der Puli Merkmale.

Mit diesem Handwerkszeug gilt es auf der einen Seite die Vielfalt und auf der anderen Seite die Gesundheit des Pulis zu erhalten. Dies ist durch einen einzelnen Züchter gar nicht zu leisten, da er mit seinen Pulis nicht den ganzen Bestand wiederspiegelt. Hier ist eine übergeordnete Instanz erforderlich, welche diese Ausgewogenheit im Blick hat und mit den Züchtern zusammen im Team die Zukunft der Zucht im Deutschen Puli Klub plant. Dies ist im Deutschen Puli Klub die Hauptzuchtwartin. Jeder unserer Züchter setzt jedoch wie in einem Orchester besondere Akzente durch seine Zucht mit seinem persönlichen Zuchtziel.

Eine verantwortungsvolle Entscheidung

Der einzelne Züchter trifft mit seinem Zuchtziel eine verantwortungsvolle Entscheidung. Er bestimmt für sich die wichtigsten Merkmale des Pulis, um die er sich besonders kümmern möchte. Es ist die Konzentration auf die Unterschiedlichkeit eines jeden Zuchtziels, um als Gemeinschaft aller Züchter im Dt. Puli Klub etwas Besonderes zu tun. Jeder Züchter im Deutschen Puli Klub arbeitet mit seinem persönlichen Engagement darauf hin, den Puli durch verantwortungsvolle Zucht zu fördern.

Was ist das Besondere der Puli Zucht im Deutschen Puli Klub?

Der Puli als ungarischer Hütehund ist in seiner Art nur mit wenigen Exemplaren in Deutschland vertreten. Der Deutsche Puli Klub hat sich zur Aufgabe gestellt, mit seinen verantwortungsvollen Züchtern, für eine gute Zukunft der Hunderasse Puli einzutreten. Dies gelingt uns durch eine starke Züchtergemeinschaft. Mit einer erfahrenen Hauptzuchtwartin, den gut ausgebildeten Zuchtwarten und den engagierten Züchtern  hat der Puli Klub ein kompetentes und buntes Team  zur Erfüllung dieser doch so schönen Aufgabe.

Ein selbstverliebter Rassehundzuchtverein?

Wie wir schon in unserem Portrait unseres Vereins herausgestellt haben zeichnet sich unser Verein dadurch aus, das wir verstanden haben, dass zu dem Puli auch der MENSCH gehört. Wir sind im Verein, wie eine große Familie und legen besonderen Wert auf die Gemeinschaft mit unseren Mitgliedern in Form von bundesweiten,  regelmäßigen Veranstaltungen. Dort können wir unsere Begeisterung am Puli teilen, denn ohne diesen Rückhalt aller Mitglieder und die gemeinsame Leidenschaft für diese besondere ungarische Hunderasse wären die Erfüllungen unserer Zuchtziele nicht zu leisten.

Projekt zur Erweiterung der Zuchtbasis gestartet

Wir wollen noch mehr Menschen für die Pulizucht begeistern und mitreißen. Daher sind wir weltweit auf der Suche nach Menschen, die entweder selber einen uns unbekannten Puli haben, selber gerne Puli züchten möchten oder im Rahmen unserer Zucht einen Puli Rüden zur Verfügung stellen wollen. Es geht darum, noch unbekannte Potentiale zu heben. Unsere Hoffnung ist zum Beispiel, dass verbunden mit der Flucht vor dem Krieg, Auswanderer aus Ungarn auch ihre Pulis mitgenommen haben. Somit könnte es in anderen Ländern noch wertvolle Pulis aus dieser Nachzucht für die Zucht geben, die nicht aus den uns bekannten, alten ungarischen Linien stammen.

Da Sie vielleicht gar nicht wissen, was in Ihrem Puli steckt, bitten wir Sie, Kontakt mit  unserer Hauptzuchtwartin aufnehmen.
Wir würden uns sehr freuen und können dann die nächsten Schritte gemeinsam mit Ihnen planen.

 

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